
Diese Arbeit ist ein gutes Beispiel dafür, wie im Rahmen intermedialer Designaufgaben verschiedene, gestalterische, kreative und technische Fähigkeiten zusammengebracht werden und etwas Neues, Ganzes entsteht. Hier werden zeichnerisch-grafische Elemente mit experimentellen Formen der Interaktion verknüpft. Diese Arbeit entwickelt dabei entlang eines sich immer mehr verzweigenden Netzwerks von Linien und zeichnerischen Spuren zugleich eine neue, nichtlineare Erzählform. Im wahrsten Sinne der Titelgebung kann sich der Rezipient im Erzählfluss treiben lassen und sich – interaktiv – mal dahin und dorthin bewegen. Intermediales Design speist sich aus vielen Quellen und vermag auf diese Weise zu neuen, überraschenden Formaten führen.
Treibgut ist ein interaktives Netzprojekt. In einem Meer horizontaler Linien gilt es, sich treiben zu lassen und dabei eine Vielfalt für sich allein stehender Geschichten und Miniaturen zu entdecken. Die Eingänge dorthin liegen im Verborgenen und können nur durch Klänge gefunden werden. Erst dann fangen sich die Linien an zu bewegen, nehmen Gestalt an und weisen den Weg zu einem neuen, unbekannten Handlungsort, der sich hinter der stark abstrahierten Oberfläche aufbaut. Schwarze Linien auf weißem Grund; einen ihren Gestaltungselementen reduzierte dynamische Form bildet die Grundlage, den Besucher unbefangen und frei von Erwartungen auf eine kleine Reise zu schicken. Diese Unbeschwertheit spiegelt sich auch im Entstehungsprozess des Projekts wieder, Gestaltung entsteht und wächst, sie ist weniger ein Ergebnis strenger Planung. Es geht nicht so sehr um das Suchen, sondern vielmehr um das Finden von Überraschungen.





