
Ein wichtiger Bestandteil des ImD-Studiums besteht darin, die besonderen Darstellungs- und Ausdrucksmöglichkeiten der verschiedenen Medien – seien sie nun klassisch und analog: wie zum Beispiel die Zeichnung, oder neu und digital: wie zum Beispiel die interaktiven Medien – zu untersuchen und in spielerisch-experimenteller Weise auszuloten. Aus solchen Experimenten können kreative Ideen für innovative Anwendungen entstehen. Der “Filmklotz” ist hierfür ein interessantes aber auf den ersten Blick vielleicht auch verwirrendes Beispiel: Es geht hier um das Spiel mit allen Dimensionen der zeitbasierten Medien, die interaktiv erschlossen werden können. Dabei wird die gesamte Information eines Film in einem 3-dimensionalen (X,Y.t)-Raum zur Verfügung gestellt.
Was ist nun dieser “Filmklotz”? Nicht Geringeres als die gesamte, interaktiv zugängliche Information eines Films auf einen Blick. Der filmische Blick als die Wahrnehmung von Veränderungen im Raum wie auch der Veränderungen des Raums in der Zeit wird in eine architektonisch geprägte Blickformation gebracht. Der Film wird als ein Raum-Zeit-Objekt repräsentiert, durch nun eine Vielzahl unterschiedlich orientierter Raum-Zeit-Schnitte gelegt werden können. Durch die interaktiv manipulierbare Verschiebung dieser Schnittflächen entstehen wiederum neue, andere Filme. Bewegte Bilder, die in neuen, anderen Raum-Zeit-Konzepten interpretiert werden müssen. Und die unsere Wahrnehmungs- und Kognitionsfähigkeit vor mental geradezu spürbare Herausforderungen stellen, die konventionellen Rahmungen unserer Vorstellungskraft zu überwinden. Insbesondere für wissenschaftliche Visualisierungen von unsichtbaren Prozessen und abstrakten Strukturen ergeben sich aus diesem Ansatz interessante Anwendungen.






