
“Multimediales Erzählen” und “Digital Storytelling” sind neue Darstellungsformen, die sich der interaktiven Medien bedienen und damit auch veränderte Formen des Geschichten-Erzählens mit sich bringen. Damit ist ein wichtiges Aufgabenfeld des intermedialen Designs umrissen. In diesem Projektbeispiel nehmen filmisch-lineare Erzählformen und interaktiv-nichtlineare Aneignungsformen gegenseitig aufeinander Einfluss, durchdringen sich und erzeugen intermediale Wechselwirkungen. Die neue und reife “Sprache” dieser Hybridmedien muss erst noch gefunden werden. Das gilt ebenso für den geeigneten Gebrauch dieser Medien.
“Die abenteuerliche Reise des Käpt’n Jemo”, eine Diplomarbeit, angefertigt im Fachgebiet “Neue Medien” an der FH Trier, ist für diese multimediale Mischform ein überzeugendes Beispiel und zugleich ein interessantes Studienobjekt, an dem weiterführende Fragestellungen geschärft werden können. Filmisch geprägte Animationssequenzen führen in eine immer fantastischer werdende Tiefsee, die – so ganz nebenbei- auch zur Wiederentdeckung von Atlantis führt, der versunkenen Stadt. Tiefenschicht für Tiefenschicht werden interaktive Erklärstücke eingeflochten, die über die Flora und Fauna sowie über geophysikalische Gegebenheiten am Grunde des Meeres informieren. Diese Arbeit bedient sich neben filmischer und interaktiver Darstellungsformen eines dramaturgischen Grundmusters, welches den dramatischen Fortgang der Handlung im Spannungsfeld von Science Fiction und Science Faction ansiedelt, diesen Spannungsaufbau mit Mitteln des Hörspiels und Hörbuchs unterstützt und zugleich auch wieder in Frage stellen muss, weil der Rezipient und “Nutzer” dieser Arbeit ihren Zeitablauf und die damit verbundene Dynamik über weite Strecken selbst bestimmen kann.








